Befolgung der ärztlichen Ratschläge zum Leben mit Herzinsuffizienz

Von Patient*innen mit Herzinsuffizienz für Patient*innen mit Herzinsuffizienz

Nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand!

„Dank der Unterstützung meiner Familie habe ich es geschafft abzunehmen. Ich habe genug Gewicht verloren, um mich besser zu fühlen. Wenn ich das schaffe, dann können andere das auch!“

Bild Das Leben selbst in die Hand nehmen

Nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand

Auch kleine Schritte führen zum Erfolg

Wenn Sie sich an die Ratschläge Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin zu Ernährung, Bewegung und anderen Alltagsgewohnheiten halten, trägt das dazu bei, Ihre Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Herzinsuffizienz zu verlangsamen und Ihre Lebensqualität zu verbessern. Machen Sie einen Schritt nach dem anderen und beginnen Sie langsam. Arbeiten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sowie Ihrem Betreuer oder Ihrer Betreuerin zusammen und setzen Sie sich realistische Ziele. Auf diese Weise ist es leichter, motiviert zu bleiben.

Therapietreue: Halten Sie sich an Ihren Behandlungsplan

Der Umgang mit Ihrer Herzinsuffizienzerkrankung bedeutet, viele Dinge gleichzeitig unter einen Hut bringen zu müssen: Medikamente, Ernährung, Bewegung und das Erlernen neuer Alltagsgewohnheiten. 

Nehmen Sie Ihre Medikamente dennoch regelmäßig und gemäß den Anordnungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin ein. Lassen Sie keine Dosis aus – wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen müssen, hat Ihr Arzt oder Ihre Ärztin deren Kombination und Dosierung so festgelegt, dass eine optimale Balance der verschiedenen Wirkstoffe im Körper erreicht wird.

Sprechen Sie ehrlich über alle Herausforderungen, die Sie bei der regelmäßigen Einnahme Ihrer Medikamente bewältigen müssen. Dies hilft auch Ihrem Behandlungsteam, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, um Ihre Therapieziele  gemeinsam zu erreichen.

Dies sind einige Änderungen an Ihrer Lebensweise, die Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin möglicherweise empfiehlt:

Icon nicht Rauchen

  •  Jeder Zug Nikotin erhöht vorübergehend die Herzfrequenz und den Blutdruck. Rauchen kann auch zu Verklumpungen und Verklebungen in den das Herz versorgenden Blutgefäßen führen, was die Gefahr eines Herzinfarktes erhöht.

  • Es ist sehr schwierig, mit dem Rauchen aufzuhören – insbesondere, wenn Sie dies alleine versuchen. Falls es Ihnen schwerfällt, von einem Tag auf den anderen ganz auf das Rauchen zu verzichten, können Sie versuchen, Ihren Zigarettenkonsum zunächst schrittweise zu reduzieren. Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wie Sie die beste Unterstützung erhalten.

Icon Gemüse

  • Essen Sie Dinge, die Ihrem Herzen guttun – am besten viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, Geflügel und Fisch sowie Nüsse, Hülsenfrüchte und Pflanzenöle.
  • Verzichten Sie so weit wie möglich auf rotes Fleisch und Wurstwaren sowie Fertiggerichte. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten und achten Sie darauf, dass Ihre Lebensmittel keine ungesunden gesättigten Fette wie Palmöl oder Kokosfett enthalten.
  • Oft sind Lebensmittel mit der sogenannten Lebensmittelampel gekennzeichnet. An dieser können Sie sich orientieren, um auf möglichst gesunde – grün gekennzeichnete – Lebensmittel zurückzugreifen.

Icon Salzstreuer

  • Salz führt dazu, dass Ihr Körper mehr Flüssigkeit speichert. Das kann zu erhöhtem Blutdruck führen, zu geschwollenen Beinen (Ödemen) oder zu Problemen beim Atmen. Das meiste Salz nehmen Sie versteckt über verarbeitete Lebensmittel auf.

  • Statt mit Salz können Sie Ihre Mahlzeiten mit Kräutern oder salzfreien Gewürzmischungen würzen. Verwenden Sie frisches Gemüse und achten Sie bei Dosen- oder Tiefkühlgemüse darauf, dass es ungesalzen ist. Kaufen Sie bevorzugt natriumarme Lebensmittel und natriumarmes Wasser.

Icon Personenwaage

  •  Plötzliche Zu- oder Abnahme kann ein Zeichen dafür sein, dass die Herzinsuffizienz voranschreitet.

  •  Wiegen Sie sich jeden Morgen zur gleichen Zeit.

  • Benachrichtigen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie innerhalb weniger Tage mehr als 2 kg zunehmen. Wenn Sie einen anderen Wert mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin vereinbart haben, sollten Sie sich an diesem orientieren.

Icon Wasserflasche

  • Wenn Sie Herzinsuffizienz haben, ist es normal, dass sich in Ihrem Körper Flüssigkeit ansammelt. Deshalb ist es wichtig, dass Sie ausreichend, aber nicht zu viel trinken.

  • Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob Sie Ihre tägliche Flüssigkeitszufuhr einschränken sollten.

  • Seien Sie sich bewusst, dass die aufgenommene Flüssigkeit nicht nur von der Trinkmenge abhängt. Auch Lebensmittel wie Eis, Bonbons, gelatinehaltige Speisen und Süßigkeiten oder Suppe erhöhen die Flüssigkeitszufuhr.

  • Wenn Sie häufig durstig sind, können Sie auf Eiswürfel, gefrorene Früchte – beispielsweise Weintrauben oder Erdbeeren – oder harte Bonbons und Kaugummis zurückgreifen. Anstatt zu trinken spülen Sie Ihren Mund mit Flüssigkeit aus und reduzieren so – in Absprache mit Ihrem Arzt – die Flüssigkeitsmenge.

Icon-Weinglas

  • Durch zu viel Alkohol erhöht sich Ihr Risiko für gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Übergewicht, Schlaganfall oder Lebererkrankungen.

  • Wenn Sie nie oder nur sehr selten Alkohol trinken, ersparen Sie Ihrem Herzen bereits viel zusätzlichen Stress. Falls Sie häufiger Alkohol konsumieren, versuchen Sie, Ihr Pensum zu reduzieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, wie Sie das am besten erreichen können.

Werden Sie aktiv

  • Bei einer Herzerkrankung ist es sehr hilfreich, körperlich aktiv zu sein. Das kann Ihren Cholesterinspiegel und Ihren Blutdruck senken und Ihnen helfen, zusätzlich Gewicht zu verlieren.

  •  Wenn Sie körperlich nicht aktiv sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, welches Bewegungsprogramm für Sie gut und sicher ist.

  • Achten Sie darauf, sich jeden Tag zu bewegen. Planen Sie körperliche Aktivität für jeden Tag zur gleichen Zeit ein, damit diese ein fester Bestandteil Ihres Alltags wird.

  • Wenn moderate Bewegung für Sie nicht möglich ist, könnten Sie an einem strukturierten Rehabilitationsprogramm teilnehmen.

Icon Yoga

  • Das Leben mit einer Herzerkrankung kann dazu führen, dass Sie sich ärgerlich, depressiv oder ängstlich fühlen. Wütend oder gestresst zu sein, ist jedoch mit einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt verbunden.

  • Finden Sie Ihren eigenen Weg, wie Sie am besten mit Ängsten umgehen: Sprechen Sie mit einer nahestehenden Person über das, was Sie bewegt. Probieren Sie Yoga, Meditation oder Atemtechniken, die Sie entspannen.

  • Lernen Sie, nein zu sagen. Versprechen Sie nicht zu viel und geben Sie sich selbst genug Zeit, um Dinge zu erledigen.

  • Ihr Behandlungsteam kann Ihnen große Unterstützung bieten. Sprechen Sie darüber, wie Sie sich fühlen.

Icon Schlaf

  • Die Qualität Ihres Schlafes hat maßgeblichen Einfluss auf Ihre Gesundheit. Während des Schlafens sinkt Ihr Blutdruck, was Ihr Herz und Ihre Blutgefäße entlastet. Je weniger Sie schlafen, desto länger bleibt Ihr Blutdruck im erhöhten Bereich.

  • Wenn Sie ausgeruht sind, verspüren Sie weniger Hunger.

  • Anhaltender Schlafmangel verändert, wie Ihre Immunzellen arbeiten. Beispielsweise können sie Krankheitserreger nicht mehr so schnell beseitigen und Sie werden häufiger krank.

  • Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, versuchen Sie Ihre Schlafroutine zu ändern:

   – Ändern Sie Ihren Tagesablauf; planen Sie beispielsweise körperliche Betätigung für morgens statt für abends ein.

   Schaffen Sie eine angenehme Schlafumgebung und stellen Sie sicher, dass Ihr Schlafzimmer dunkel und ruhig ist. Lüften Sie regelmäßig und

     achten Sie darauf, dass die Raumtemperatur nicht zu hoch und nicht zu niedrig ist.

   Legen Sie eine Schlafenszeitroutine fest und gehen Sie jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett.